Wärmebildkameras zur Rehbestandskontrolle

Da Rehe und Hirsche in Großbritannien keine natürlichen Feinde haben, nimmt ihre Population rasant zu. Neben der Keulung wird ihr Bestand nur durch Verhungern, Krankheiten sowie Verkehrsverluste reguliert. Die britische Deer Initiative geht davon aus, dass in Großbritannien mindestens 500.000 Rehe und Hirsche pro Jahr gekeult werden müssen. Ohne gezielte selektive Keulung kann diese Entwicklung dramatisch werden. Rehe und Hirsche verursachen unter anderem massive Schäden an Ernte, Bäumen und Sträuchern und können für Forstverwalter ebenso wie für Gärtner ein echter Alptraum sein.

Ein weiteres Problem sind sogenannte „Rehwildverluste durch Straßenverkehr“ mit im schlimmsten Fall tödlichen Folgen. Obwohl auch andere Möglichkeiten der Bestandskontrolle in Betracht gezogen werden können, zum Beispiel der Einsatz von Abwehrmitteln wie Zäunen, ist der britische Pirschverband County Deer Stalking der Ansicht, dass die Zahlen nur durch sorgfältige selektive Keulung kontrolliert werden können.

Der Verband wurde von Peter Jones gegründet. Der Berufsjäger aus dem Südosten Englands ist für mehrere ländliche Bezirke in verschiedenen Grafschaften zuständig, in denen es große Populationen an Damwild, Rehwild und Muntjaks gibt.

Er verfügt über alle relevanten „Deer Management Qualifications“ (DMQ) und ist DMQ-zertifizierter Beobachter der British Deer Society sowie des britischen Verbands für Schießsport und Erhaltung BASC.

Neben der Verwaltung von Rehen und Hirschen auf einem mehr als 800 Hektar großen Gebiet bietet County Deer Stalking auch begleitete Pirschjagden auf frei lebendes Wild für Anfänger und erfahrene Jäger an.

Ergänzung zur Pirsch-Ausrüstung

Die normale Standardausrüstung für eine Pirschjagd sind ein Gewehr mit Zielfernrohr, ein Fernglas und ein Messer zum Ausnehmen der Tiere. „Seit zwei Jahren höre und lese ich immer mehr über den Einsatz von Wärmebildkameras für den Außeneinsatz“, berichtet Peter Jones. „Deshalb wollte ich unbedingt selbst ausprobieren, wie ich diese Technologie bei der Jagd nutzen kann.“ Peter hatte zuvor weder ein Nachtsichtgerät noch eine Wärmebildkamera ausprobiert, als er die Möglichkeit erhielt, die FLIR Scout PS-32 in seine Ausrüstung aufzunehmen.

Die Wärmebildkameras der FLIR Scout PS-Series sind die kleinsten und preisgünstigsten ihrer Klasse. Sie sind mit einem ungekühlten, wartungsfreien Mikrobolometer-Detektor ausgestattet, der bei Tag und Nacht in jeder Situation gestochen scharfe Wärmebilder liefert. Die FLIR Scout PS-32 erzeugt Wärmebilder mit einer Auflösung von 320 × 240 Pixeln. Für Benutzer, die diese hohe Auflösung nicht benötigen, ist die PS-24 mit 240 × 180 Pixeln verfügbar. Alle Kameras sind mit einer erweiterten Kamera-Software ausgestattet, die ohne weiteres Zutun ein scharfes Bild liefert.

Echter Mehrwert

Schon nach kurzer Zeit erkannte Peter die Vorteile, die Wärmebildkameras wie die FLIR Scout PS-32 in seinem Beruf bieten. „Da zunehmend Jagd auf sie gemacht wird, sind die Rehe immer stärker nachtaktiv, sodass sich ihre Zahlen am besten in der Nacht bestimmen lassen“, erklärt er. „Normalerweise werden sie am frühen Morgen oder späten Abend gezählt. Aber mithilfe einer Wärmebildkamera können wir diese Arbeit nun mitten in der Nacht durchführen und erhalten so genauere Ergebnisse.“

Anders als in anderen Ländern ist Schießen von Hirschen und Rehen in Großbritannien nachts verboten. „Wärmebildkameras sind aber nicht nur im Dunkeln nützlich. In der letzten Zeit habe ich mehrfach erlebt, wie hilfreich diese Technologie auch tagsüber sein kann, als ich mit der FLIR Scout PS-32 dicht bewaldete Gebiete nach Wärmesignaturen abgesucht habe“, fährt Peter fort. „Und es hat funktioniert! In einem einzigen Monat habe ich drei Mal die Wärmesignaturen von Rehen erfasst, die mir mit anderen, traditionelleren Methoden entgangen wären. Viele Leute brechen früh morgens zur Pirsch auf, wenn es noch dunkel ist. Mit einer Wärmebildkamera kann man die Gegend um sich herum absuchen und so feststellen, ob ein Tier in der Nähe ist. Wenn man eines entdeckt, kann man in Ruhe warten, bis es hell genug ist, um sich zu nähern und zu schießen.“

Nachsuche angeschossener Tiere

County Deer Stalking legt großen Wert darauf, dass jede Pirschjagd auf sichere und humane Weise durchgeführt wird und die Keulung gemäß den geltenden Richtlinien erfolgt. Wild muss so geschossen werden, dass es nicht leidet. Doch selbst dem sichersten Schützen gelingt das leider nicht jedes Mal. „Wenn ein Reh geschossen wird, läuft es normalerweise noch ein Stück, bevor es ausblutet“, erklärt Peter. Doch in den seltenen Fällen, in denen das Tier nicht sauber getroffen wurde, legt es eventuell eine größere Distanz zurück, bevor es sich zum Sterben zurückzieht. Früher habe ich im Dunkeln Stunden gebraucht, um ein verwundetes Tier zu finden, indem ich mit einer Taschenlampe der Blutspur folgte. Mit der FLIR Scout PS-32 kann ich nach der Wärmesignatur des verletzten Rehs suchen, um es schneller aufzuspüren und zu erlösen.“

Übung macht den Meister

Eine Wärmebildkamera ist kein Zaubergerät, das alle Ihre Probleme löst. Aber sie ist eine sehr nützliche Ergänzung zu jeder Pirschausrüstung. „Man muss ein wenig üben, bis man eine Wärmebildkamera in Kombination mit einem Fernglas nutzen kann“, weiß Peter. „Das Abschätzen der Entfernung ist mit einer Wärmebildkamera nicht einfach. Außerdem dauert es eine Zeit, bis man sich an die unterschiedlichen Bilder gewöhnt, die diese beiden Geräte liefern.“ Mit der Wärmebildtechnik lassen sich Wärmesignaturen optimal orten, aber man kann nicht immer erkennen, zu welchem Tier sie gehören. „Aus einer typischen Schussdistanz ist die Quelle der Wärmesignatur nicht immer klar erkennbar. Dann kann es vorkommen, dass man kleinere Hirscharten mit anderen Tieren wie Fuchsen, Hasen oder Fasanen verwechselt. Daher ist eine Wärmebildkamera kein Ersatz für andere Geräte – aber eine wertvolle Ergänzung für die Ausrüstung professioneller Jäger. Besonders geeignet ist die kompakte FLIR Scout PS-Series: Die Kameras wiegen kaum etwas und passen bequem in die Jackentasche.“

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